Auf den Spuren von Heinrich Heine
Düsseldorf - Paris

Mit dem Fahrrad in drei Tagen vom Rhein an die Seine

Start: Bolkerstraße in Düsseldorf, Geburtshaus von Heinrich HeineStart: Geburtshaus von Heinrich Heine, Schriftsteller, Lyriker und entschiedener Vorkämpfer für bürgerliche Freiheit und sozialen Fortschritt, *13.12.1797 auf der Bolkerstraße in Düsseldorf

Am Grab von Heinrich Heine auf dem Montmatre Friedhof 1.Station: Jugendherberge Namur (Belgien)... Radroute (177 km)

2.Station: ETAP Hotel Saint Quentin (France)... Radroute (160 km)

3.Station: Auberge de Jeunesse "Cité des Sciences" in Pré-St-Gervais bei Paris... Radroute (155 km)

Ziel: Paris Cimetiere Montmatre (Nordfriedhof) mit dem Grab von Heinrich Heine , †17.02.1856 im Exil ... Radroute (6 km)

Gesamtlänge als Fahrrad- oder Fußgängerroute = 500 km

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Alternativrouten

Wer pro Tag nicht mehr als 100 km aus eigener Kraft fahren möchte, pickt sich nur die Rosinen aus dem Velo-Kuchen und fährt den Rest mit der Bahn.

1.Station: Start Düsseldorf Hbf: mit der S-Bahn bis Herrath / Mönchengladbach,
Ende Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, weiter per Velo via Maastricht bis Herstal, nördlich von Liége, Belgien (= 90 km) und zum Schluss mit der belgischen Staatsbahn SNCB bis Namur.

2.Station: Anfangs mit dem Zug von Namur bis Charleroi Sud, weiter per Velo entlang der Sambre via Thuin / Belgien und Maubeuge / France bis Landrecies (= 75 km); das letzte Stück mit der französischen Staatsbahn SNCF bis St.Quentin.

3.Station: Per Velo von St.Quentin bis Creil / Bois de Compiegne (=100 km), weiter mit der Regionalbahn bis Paris, Gare du Nord; von dort 5 km auf Radwegen zum Heine Grab auf dem Nordfriedhof; anschließend eine Unterkunft suchen, z.B. Jugendherberge Pré-St-Gervais direkt am Pariser Autobahnring (Boulevard Peripherique).

1.Tag:

Wir beginnen unsere Reise in Düsseldorf an der Bolkerstraße, wo eine Gedenktafel verkündet:



Später im Pariser Exil erinnert sich Heine an seine Jugendzeit in Düsseldorf und beschreibt in  "Das Buch Le Grand" seine Erinnerungen:

Unsere Reise führt uns durch den Hofgarten, 1769 im Norden von Düsseldorf als erster deutscher Volksgarten errichtet, d.h. frei für die Bürger der Stadt, was damals keine Selbstverständlichkeit war.

Am 3.November 1811 hat dieser Volksgarten hohen Besuch, als Kaiser Napoleon nach Düsseldorf einreitet, um hier Soldaten für seinen Russland-Feldzug zu rekrutieren. Der junge Heine erinnert sich:

Düsseldorf,
le petit Paris !


Angeblich sollen hier auch die berühmten Worte gefallen sein:

In Wirklichkeit handelt es sich um eine Legende, denn das Zitat stammt aus einem Brief, den ein Staatssekretär Napoleons geschrieben hat und gemeint waren Chaos und Schlamperei ... wie in Paris. Doch die Düsseldorfer waren schon damals nicht auf den Mund gefallen und haben sich die Geschichte halt in ihrem Sinne zurechtgebogen. Heute würde man Marketing dazu sagen.

Anders als Napoleon überqueren wir den Rhein über die Oberkasseler Brücke und bewegen uns in südwesticher Richtung zur niederländischen Grenze.

In Neuss folgen wir ein Stück dem Nordkanal, mit dessen Bau 1807 auf Initiative Napoleons begonnen wurde.

Bei Gangelt überqueren wir die deutsch-niederländische Grenze, um Maastricht anzusteuern, wo auf dem historischen Marktplatz eine opulente Mittagspause angesagt ist.

Weiter südwest an der Maas, die jetzt "La Meuse" heißt bis Namur, wobei wir um den Großraum Liége (Lüttich) am besten in einem großen Bogen machen.
Unterkunft: Auberge de Jeunesse, 8 Avenue Felicien Rops, B-5000 Namur

2.Tag:

Hinter Namur verlassen wir die Meuse und folgen dem Nebenfluss Sambre über Charleroi bis Thuin. Ab hier haben wir es mit einem Super Radweg zu tun, der uns autofrei und landschaftlich reizvoll am Rande der Ardennen bis ins französische Maubeuge schlängelt; von dort über gering befahrene Nebenstraßen bis St.Quentin.
Unterkunft: ETAP Hotel, 84 Rue Michelet, F-02100 Saint Quentin

3. Tag:

Wir könnten jetzt der alten Postkutschenroute Brüssel-Paris folgen: St.Quentin, Noyon, Compiegne, Senlis, St.Denis, Paris. Zu Zeiten von Heinrich Heine wäre das auch angesagt.

Bei dem heutigen Verkehrsaufkommen rund um Paris und den wenigen Radwegen, sollte man eine Durchfahrt auf 2 Rädern lieber vergessen. Bis zum Wald von Compiegne kommt man gut voran; dann einen Regionalexpress suchen und bis zum Gare du Nord entspannt auf Schienen durchrollen.

Wer unbedingt aus eigener Kraft einfahren möchte, muss das Flüsschen Ourcq anpeilen (das letzte Stück ist kanalisiert) und sich von Nordosten kommend am Quai de l'Ourrq in die Stadt einfädeln.
Unterkunft: Auberge de Jeunesse, 24 Rue des 7 Arpents, F-93310 Pré-St-Gervais bei Paris

Ankunft in Paris:

Im Mai 1831 muss Heinrich Heine nach Paris übersiedeln, was noch im Zeichen der Julirevolution von 1830 stand, ausgelöst durch liberale Bürger, denen man das Recht auf Publikation verwehrte, im Bündnis mit den Druckern, die um ihre Arbeitsplätze fürchteten; das imponierte Heinrich Heine.

 
Und hier ein Bild vom Boulevard St. Denis aus heutiger Sicht...

in den Worten von Heinrich Heine, die von heute sein könnten

Fortsetzung folgt

 

Stand: SEP 2011  -  Zuletzt aktualisiert am 03. November 2011 von bruno{bei}reble.net